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Wenige Reader unterm Baum

von birte (11.12.2009)
Weihnachten naht, und wir sind vielen von Euch eine klare Aussage schuldig, ob Ihr den Reader unter den Tannenbaum legen könnt, oder nicht.
Leider müssen wir all denen, die bisher noch keinen Bestell-Link bekommen haben sagen, dass das wohl nichts mehr bis Weihnachten wird. Wir haben in den letzten Wochen alles probiert, damit wir möglichst viele Reader in der Geschenkeverpackung liefern können, aber dann kam alles ein wenig anders, als geplant. Viele von Euch sind jetzt natürlich sauer und fragen sich, warum wir es nicht rechtzeitig hinbekommen haben (Wir wissen Gutscheine unterm Baum kommen nicht ganz so gut an). Also hier die ganze Misere zusammengefasst:
Was ist passiert?
Wie fast alle Hardware heute wird auch der txtr-Reader in China produziert. Wir haben gute und zuverlässige Dienstleister gefunden, die in enger Abstimmung mit uns die verschiedenen Produktionsschritte durchführen. Jeder einzelne dieser Schritte ist wesentlich, weil alle nachfolgenden davon abhängen.
Die Produktion findet üblicherweise in sogenannten Batches statt. Dabei wird eine Hardware-Revision, die die Qualitätstests überstanden hat, in die Produktion überführt, in einer bestimmten Stückzahl gebaut und getestet, bevor man dann den nächsten Batch mit einer eventuell korrigierten Version produziert. Die Stückzahl eines Batches hängt von vielen Faktoren ab, die wichtigsten sind Verfügbarkeit von Bauteilen und Produktionskapazitäten, die sich leider nicht immer so gestalten, wie gewünscht. Der wichtigste Grund für Batch-Produktion ist jedoch, daß bestimmte Probleme sich z.B. nur in jedem fünfzigsten oder hundertsten Gerät zeigen: etwa durch Fertigungstoleranzen. Solche Fehlergeräte werde natürlich in der Qualitätskontrolle aussortiert, aber es ist es unumgänglich, das Problem zu identifizieren und für den nächsten Batch zu beheben.
Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Beschaffung und Bevorratung der vielen elektronischen und mechanischen Bauteile, aus denen am Ende ein txtr-Reader entsteht. Üblicherweise werden die Teile in den Stückzahlen eingekauft, die einem Produktions-Batch entsprechen (natürlich mit ein bißchen Reserve). Mit dem reinen Einkauf ist es jedoch nicht getan: vor der Fertigung des Readers, müssen alle Teile auf Korrektheit und Qualität geprüft werden.
Bei der finalen Qualitätskontrolle vor der Produktion des nächsten Batches txtr-Reader (der eigentlich unter eurem Weihnachtsbaum liegen sollte) stellte sich nun heraus, daß ein nicht ganz unwesentliches Bauteil in der Stromversorgung des txtr-Readers nicht den Spezifikationen entsprach, die für ein einwandfreies Funktionieren notwendig sind. Soweit kein Beinbruch, man beschafft halt Ersatz und weiter gehts. Leider stellte sich heraus, daß genau dieses Bauteil nirgendwo auf der Welt kurzfristig in den benötigten Stückzahlen zu beschaffen ist. Wir haben Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, aber wir werden die Teile nicht rechtzeitig bekommen.
Bis die Bauteile dann in unserem Werk in China zu txtr-Readern verbaut werden, nach Europa geschickt, denn Zoll und unsere Qualitätskontrolle (wir wollen Euch schliesslich keinen Schrott ausliefern) passieren und schließlich zu Euch geschickt werden, ist Weihnachten leider schon vorbei.
Ihr seht, die Prozesse, bis wir Euch einen Reader nach Hause liefern sind ziemlich komplex und ja, wir haben zwar echt professionelle Produktionsparter, aber machen das nun auch zum ersten Mal. Sogar Barnes&Nobles mussten ihren Lieferungstermin auf das neue Jahr verlegen. Das macht die Sache nicht besser, aber verdeutlicht vielleicht, wie komplex das Problem ist, eine brandneue Hardware auf den Tag pünktlich produziert zu bekommen.
Wir hätten natürlich, wie andere Unternehmen das tun, auch einfach allen Interessenten einen Bestelllink schicken können, Euer Geld kassieren und dann “plötzlich” feststellen können, daß es leider nichts zu Weihnachten wird.
Wir haben uns aber schon früh dafür entschieden, daß wir nur so viele Bestellinks für txtr-Reader verschicken, wie wir auch sicher ausliefern können. Das heißt: Jeder, der uns Geld gibt, wird auch sicher seinen Reader bekommen. Und: Wir nehmen das Geld erst, wenn wir den Reader in Berlin getestet und im Lager haben, also sicher sind, liefern zu können.

Von → txtr

16 Kommentare
  1. Na gut. Vielen Dank für die Stellungnahme. Dann muss der Txtr eben mein Geburtstagsgeschenk werden. ;)

    Aber was für einen Zeitplan habt ihr für die “normale” Auslieferung nun? Wäre das 1. Quartal realistisch?

  2. Josch permalink

    Mich würde mal interessieren, wie Ihr das eigentlich mit den Vorbestellungen handhabt. Wenn Ihr jemandem einen Link mit Bestellmöglichkeit schickt, wie lange wartet Ihr dann auf die Bestellung derjenigen Person? Wann wird bei Nichtbestellung die nächste Person kontaktiert?

  3. K-Thom permalink

    Danke, txtr, dass ihr so ehrlich zu uns seid. Wenigstens mal ein Unternehmen, das seine Kunden ernst nimmt. Das erlebt man nicht häufig heutzutage!

  4. Caesar68 permalink

    Nun, das ist eine schöne Geschichte. Irgendwie passt das aber alles nicht zusammen. Wenn Ihr Euch wirklich erst am 30.11. für Hardware ohne WLAN entschieden habt, welche Wunder habt Ihr erwartet, um mit der Auslieferung am 15.12. beginnen zu können:
    1. Test der Funktionen auf der neuen Hardware (ohne WLAN)
    2. Bestellen der neuen Hardware
    3. Versandzeit der Hardware an die Fertigungsstätte
    4. Fertigung der Reader
    5. Qualitätskontrolle
    6. Versand der Reader nach Deutschland
    7. Zollformalitäten etc.
    8. Qualitätskontrolle in D
    Ich muss sagen: erstaunlich. Ein echtes Weihnachtsmärchen – oder wurden einige Schritte ausgelassen? Die Entscheidung gegen WLAN fiel früher. Notwendige Tests finden nicht statt (oder doch und deshalb dauert es länger).
    Irgendwie wirkt das Ganze für mich nicht ausgereift.
    Der Vergleich mit dem nook hakt auch gewaltig. Einerseits ist bereits eine größere Anzahl an nooks beim Kunden (wie in diversen Foren zu lesen) anderereits wurde dem Kunden nie etwas versprochen, was der nook nicht hält (WLAN) und die Zeit von Ankündigung des nook bis zu Auslieferung war signifikant kürzer.

  5. Jens permalink

    Ich finde die Entscheidung auch gut, die Gründe für die Verspätung öffentlich zu machen. Jeder rationale Kunde kann verstehen, wenn ein Startup mit seinem ersten Produkt Probleme erlebt, solange es damit offen umgeht. Macht weiter so in der Zukunft. Mich persönlich würde aber auch interessieren, wie lange ihr einem potentiellen Kunden Zeit gebt zum bestellen. Vielleicht könntet ihr den Prozess noch etwas transparenter machen. Gibt es denn schon Vorhersagen, wie lange sich die Produktion verzögern wird durch die Lieferprobleme der Zulieferer?
    Ich bin mir sicher, meine Fragen interessieren auch noch andere txtr Begeisterte.

  6. Nedorus permalink

    Nachdem es in letzter Zeit einige Kritik wegen “mangelnder Kommunikation” von Seiten von txtr gab, beweisen die Jungs und Mädels aus Berlin das sie es auch anders können. Aus meiner Sicht ist die Message zwar traurig, aber sie wurde offen und ehrlich kommuniziert! So lobe ich mir das. Super, weiter so!

    Dann hoffen wir mal, dass die notwendigen Bauteile möglichst schnell kommen und es mit dem txtr los gehen kann. Für den weihnachtsbaum habe ich bereits einen alternativen reader, aber zum geburtstag wird es dann trotzdem nochein txtr denke ich.

    Nedorus

  7. Morris permalink

    Endlich wieder Transparenz, Danke. Das wird schon.

  8. Gibt es eigentlich eine Bedienungsanleitung, die man sich vorab schon einmal herunterladen kann?

  9. @DR: Leider haben wir vorab keine Bedienungsanleitung online, sie liegt im Device. Die Idee ist aber gut, ich werde mal sehen, ob wir evtl. etwas online stellen.

  10. Und? Wie stehts? Morgen ist Bescherung.

  11. Nachfrage: “Wir haben uns aber schon früh dafür entschieden, daß wir nur so viele Bestellinks für txtr-Reader verschicken, wie wir auch sicher ausliefern können.”

    Das heißt, garkeine? Jedenfalls hat man bis jetzt (Jahresende) von keinem einzigen ausgelieferten Gerät etwas gehört.

    ETWAS mehr Transparenz in den Informationen von Seiten des Herstellers wäre schon wünschenswert. Das würde jedenfalls das Vertrauen potentieller Kunden stärken (und deren Bereitschaft, auf die Lieferbarkeit zu warten).

    PS: Ich habe zu Weihnachten erstmal einen Kindle gekauft, aus gutem Grund, da ausgereifte Bedienung und mit Support durch einen Anbieter, dessen langfristiges Überleben auf dem Markt sichergestellt sein dürfte. Das heißt aber nicht, dass mittelfristig nicht auch weitere Ebook-Reader von Interesse für mich sind, txtr zum Beispiel, mit WLAN und Morgenzeitung auf dem Gerät. Und mit Bluetooth zur Interaktion, da könnte man tolle Sachen mit machen – wenn es das denn gäbe!

  12. Ist der txtr jetzt tot?

  13. joscha permalink

    Nein, der txtr ist natürlich nicht tot.

  14. Hat ihn denn irgendwer mittlerweile…?

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